Beiträge von pinky

Gedenken an Gustav Schneeclaus

Seit der Wende 1990 sind 149 Menschen Todesopfer neonazistischer Gewalt geworden. Der 18. März 1992 wurde dem Kapitän Gustav Schneeclaus zum Verhängnis. Er wurde am Buxtehuder Busbahnhof von Neonazis zusammen geschlagen und erlag vier Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Einer der beiden Täter, Stefan Silar, spielt heute eine führende Rolle in der Kameradschaftsszene um Tostedt/Wistedt und Umgebung.

>> Zum indymedia-Artikel
>> Antifaschistischer Arbeitskreis Gedenken an Gustav Schneeclaus

Unterseite „Veranstaltungen“ mit Fotogallerie

Auf Krautdetection gibt es die neue Unterseite Veranstaltungen.

Dort gibt es:
1. eine Liste der öffentlichen Veranstaltungen, auf denen lokale Neonazis anwesend waren
2. eine Bildergallerie mit interessanten Fotos, die bereits im Internet veröffentlicht wurden

Falls es Erinnerungslücken bei uns gibt, freuen wir uns über einen Hinweis an unsere E-Mailadresse ;)

Naziaktivitäten am Wochenende

Freitag
Das erste mal seit Jahren erlaubt die Stadtverwaltung einen Bandabend im Buchholzer Jugendzentrum, und prompt steht die Neonaziszene auf der Matte.
Auf der Suche nach neuen Opfern für ihre Gewalttaten patroullierten mehrere Neonazis samt Autos durch die Buchholzer Innenstadt, zeitweilig sammelten sie sich sogar auf dem City-Center-Parkplatz in beinahe unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsort.
Die ganze Zeit über hielten sie telefonisch Kontakt zu einem bekannten Anti-Antifa-Aktivisten aus Tostedt, der während des gesamten Konzertes geduldet wurde, obwohl die VeranstalterInnen ausdrücklich auf seinen politischen Hintergrund aufmerksam gemacht wurden. Auch viele alternative Jugendliche gingen freundschaftlich mit ihm um, weil sie ihn nur aus seiner linken Vergangenheit kannten und seinen „Umstieg“ trotz mehrmaliger öffentlicher Thematisierung bisher nicht wahrhaben wollten.
Mit einer kleinen Digitalkamera fotografierte er gezielt ihm bekannte Personen ab und versuchte bereits gegen 21 Uhr unentdeckt über die unbeleuchteten Grünflächen des Rathausparks in Richtung der übrigen Neonazis zu verschwinden. Allerdings misslang sein Vorhaben. In einer direkten Auseinandersetzung wurde er dazu genötigt, sämtliche Fotos von seiner Speicherkarte zu löschen und ihm wurde verdeutlicht, dass er auf keiner öffentlichen Veranstaltung mehr erwünscht ist, schon gar nicht auf einem alternativ angehauchten Indie/Punk-Konzert.
Im Laufe des Abends kam es in der Nähe des Bahnhofs außerdem zu einem brutalen Übergriff auf einen bekannten Antifaschisten, der in der Vergangenheit schon öfter gezielten Einschüchterungsversuchen ausgesetzt und mehrmals direkt angegriffen wurde.
Er befand sich allein auf dem Weg in die Innenstadt, als er mit einem stumpfen Gegenstand von hinten niedergeschlagen wurde. Als er am Boden lag, traten die drei TäterInnen auf ihn ein. Sie stammen nicht aus der näheren Umgebung und flohen mit dem Auto.

Samstag
In der darauf folgenden Nacht fiel wieder einmal das bekannte Familienhaus in Wistedt/Tostedt den Gewaltexzessen der Neonazis zum Opfer. Mit roher Gewalt wurden eine Scheibe und eine Glastür zerstört, nachdem bereits Anfang November die Wohnzimmerscheibe zu Bruch ging (hier geht es zum Bericht… für diejenigen, die den ersten Link nicht geahnt haben). Damit gehen die gezielten Einschüchterungen weiter, obwohl bereits die letzten Angriffe in den Medien umfangreich thematisiert wurden. Weder die negative Öffentlichkeitswirkung noch die versuchte Intervention der staatlichen Repressionsorgane (Hausdurchsuchungen bei einigen AnhängerInnen der Nachwuchs-Neonaziszene) hinderten die gewaltbereiten NeofaschistInnen an ihrem Handeln.
Auch der restliche Ort Tostedt blieb von Neonaziaktivitäten nicht verschont. Auf einer privaten Geburtstagsfeier kam es während und nach der Feier zu zwei gewaltsamen Übergriffen auf eingeladene Gäste, nachdem eine Gruppe von etwa 15 NeonazistInnen Konfliktsituationen provozierte.

NPD zieht Anmeldung zurück!!

Liebe Mitstreiter_innen,

jetzt ist es amtlich, die NPD hat ihre Anmeldung für einen Aufmarsch am 5.12. in Buchholz in der Nordheide zurück gezogen. Hintergrund für diese Entscheidung ist, dass am 5.12. in Buchholz nicht nur der Weihnachtsmarkt stattfindet, sondern auch eine größere Veranstaltung für Kinder. Die Stadt Buchholz hatte der NPD gegenüber deutlich gemacht, dass an diesem Tag kein Aufmarsch der NPD stattfinden könne, da die Sicherheit für die zu erwartenden vielen Kinder und Familien gefährdet sei. Ein mögliches Verbot des Naziaufmarsches wurde angekündigt. Daraufhin hat der NPD-Unterbezirksvorsitzende Manfred Börm angekündigt, auf einen Aufmarsch am 5.12. verzichten zu wollen und dafür im Januar oder Februar 2010 erneut eine Veranstaltung anzumelden. Für die NPD ist dies sicherlich auch eine willkommene Möglichkeit, sich so aus der Affäre zu ziehen. Zum einen hätte es für einen Aufmarsch am 5.12. keine große Unterstützung gegeben, da die Kameradschaftsszene aus Tostedt den Aufmarsch offensichtlich nicht mitgetragen hätte und zum anderen die örtlichen Nazistrukturen nicht unbedingt werbewirksam für die NPD wären.

Die von uns geplante Demonstration gegen den Naziaufmarsch werden wir nun nicht durchführen! In der nächsten Zeit werden wir uns an dem Versuch beteiligen, in Buchholz ein „Bündnis gegen Rechts“ aufzubauen. Dazu sind die ersten Schritte getan und im Frühjahr wird es erste Veranstaltungen geben. Sollte die NPD erneut etwas in Buchholz anmelden – was zu erwarten ist – werden wir entsprechend darauf reagieren. Infos werden dann bekannt gegeben.

Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns und den AK Antifaschismus Buchholz am 5.12. unterstützen wollten und die Mobilisierung mitgetragen haben. Terminhinweise auf den verschiedenen Internetseiten können gelöscht werden.

Für Rückfragen stehen wir zur Verfügung und bauen weiterhin auf Eure Unterstützung, sollte es im Frühjahr zu einem Naziaufmarsch in Buchholz kommen oder wenn wir uns gemeinsam den Nazistrukturen im Landkreis Harburg entgegenstellen werden.

Mit antifaschistischen Grüßen
Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen

www.nazis-aufhalten.de

Rechtsrockkonzert in Königsmoor

Im niedersächsischen Dorf Königsmoor (Landkreis Harburg) fand am gestrigen Abend ein RechtsRock-Konzert statt. Rund 150 Nazis feierten den Geburtstag des Bekannten Naziaktivisten Stefan Silar und das vierjährige Jubiläum seines Ladens „Streetwear Tostedt“.
[…]
Am Abend traten die RechtsRock-Gruppen „Schall und Rauch“ aus Hamburg, „Path of Resistance“ aus Rostock und „Propaganda“ aus Stuttgart auf. Für dieses Konzert wurde darauf verzichtet, es größer zu bewerben. Gezielt wurden bekannte Naziaktivisten und Freunde und Kunden von Silar eingeladen.

>> Zum vollständigen Indymedia-Artikel

Gezielte Einschüchterungen

Der Stein, der am frühen Dienstagabend die Scheibe des Mehrfamilienhauses in Wistedt/Tostedt durchbrach, verfehlte nur knapp ein Familienmitglied des Jugendlichen, dem der Angriff eigentlich galt.
Es war nicht einmal zehn Uhr abends, überall brannte noch Licht und die Wohnsiedlung ist von überallher gut einzusehen. Diese Gegebenheiten hielten die gewaltbereiten NeofaschistInnen dennoch nicht davon ab, ihr Auto noch in der gleichen Straße zu parken, in der sich auch ihr „Zielobjekt“ befand, auszusteigen, geräuschvoll die Scheiben einzuwerfen, wieder einzusteigen und durch die komplette Wohnsiedlung zurückzufahren. Es wäre verwunderlich gewesen, hätte sie bei der Tat niemand beobachtet.
Da sich zu der Tatzeit Menschen im betroffenen Raum aufhielten, nahmen die Täter bewusst ein hohes Verletzungsrisiko in Kauf.

Wistedt ist ein kleiner Ortsteil von Tostedt mit nur etwa 1700 Einwohnern, in dem (selbst für Tostedter Verhältnisse) auffallend viele aktive Neonazis wohnen und in dem sich darum auch viele Naziaktivitäten konzentrieren.
Die gestrige Tat reiht sich in eine ganze Serie von Bedrohungen und Einschüchterungsversuchen gegen die wenigen linken Jugendlichen aus Wistedt, die sich trauen, den Nazis Paroli zu bieten.

Erst Anfang des Jahres gingen bei einem anderen alternativen Jugendlichen aus Wistedt mehrere Fensterscheiben zu Bruch, weil er sich mit einem „offenen Brief“ gegen den Naziladen „Streetwear Tostedt“ an die PolitikerInnen wandte. Die Situation war ähnlich – die Familie befand sich zur Tatzeit im Haus, die Täter konnten fliehen und die Politiker wuschen mit sinnlosen Alibi-Ankündigungen ihr Gewissen rein, während der Polizeipräsident das Problem dreist herunterspielte („Tostedt ist bunt – und braun ist auch eine Farbe“). Ein Großteil der Tostedter Bevölkerung stört sich dabei weder an der menschenverachtenden Ideologie noch an den latenten Gewaltexzessen der neonazistischen Szene.

In diesem Zusammenhang patroullieren gewaltbereite NeofaschistInnen regelmäßig in Autokolonnen durch den kleinen Ort Wistedt, auf der Suche nach Konfrontation mit politischen Gegnern. Dabei legen sie einen besonderen Fokus auf das angegriffene Familienhaus, da in der näheren Umgebung linke Jugendliche wiederholt angetroffen und angegriffen wurden.
Es begann damit, dass bei einer kleinen Feier die draußen stehenden Gäste gewaltsam angegriffen wurden, wobei die Nazis nicht zwischen AntifaschistInnen und deren Freunden und Familien differenzierten. Regelmäßige „Kontrollbesuche“ bei Feiern wurden daraufhin zum Standard. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen, teilweise waren die Nazis mit Messern, Schlägern und Gaspistolen ausgestattet. Werden alternative Jugendliche auf der Straße angetroffen, müssen sie mit physischer und psychischer Gewalt in Form von Drohungen und Handgreiflichkeiten rechnen.
Desweiteren wurden vor einigen Monaten die bekannten Neonazis Kjell R. und Alexander Emilio W. von der Polizei dabei aufgegriffen, wie sie vermummt und mit Steinen bewaffnet um das bereits erwähnte Familienhaus herumschlichen.
Anscheinend wurde die versuchte Tat jetzt zu Ende gebracht.

Who’s Next?

Dass die Tostedter Neonazis zeitweilig sehr unausgelastet sind, da ihr Heimatdorf nur wenige Freizeitmöglichkeiten anbietet, zeigte sich erneut am letzten Wochenende.
Wie sonst kann mensch erklären, dass ein voll besetztes Auto mit sämtlich vermummten Insassen mehrere Stunden lang um die Tostedter Bahnhofsgegend patroullierte, weil zwei AntifaschistInnen nachmittags bei ihrer Ankunft mit dem Zug sowohl dem Neonazi Christoph R. begegneten, als auch das silberne Auto von Kjell R. von weitem erblickten. Nach einem schnellen und beherzten Anruf verschwand selbiger Kleinwagen, um nach etwa 20 Minuten samt weiterer gewaltbereiter Neonazis zum Bahnhof zurückkehrte und dort mehrmalig auf- und abfuhr.
Da die Neonazis allerdings in ihrer Kindheit lieber Kekse verkauften, als Verstecken zu spielen, entdeckten sie die beiden AntifaschistInnen nicht, obwohl die beiden ihrerseits von ihrem Standort aus die etwa zweistündige erfolglose „Jagd“ nach ihnen genau beobachten konnten.

Neonaziangriffe in Delmenhorst

Montag, 12.10.2009 – 30 Neonazis attackieren Jugendtreff:Gegen 16:30 Uhr sammelten sich zunächst 10 vermummte und teils bewaffnete Neonazis vor einem Jugendtreff und versuchten alternative Jugendliche mittels mehrerer Kameras zwecks sog. „Anti-Antifa-Arbeit“ zu fotografieren.

Nachdem die Neonazis sich zurückgezogen hatten, gelangte eine zuvor alamierte Polizeistreife an die Einrichtung. Jedoch behaupteten die Beamten, es liege kein ernstzunehmendes Gefahrenpotential vor – und beendeten den Einsatz.

Rund 20 Minuten später sammelten sich erneut Neonazis vor dem Jugendtreff, diese – mittlerweile auf 30 Personen angewachsene – Gruppe versuchte anschließend vermummt, bewaffnet mit abgebrochenen Flaschen, Reizgas, Teleskopschlagstöcken, Quarzsandhandschuhen sowie weiteren Gegenständen die Einrichtung anzugreifen.

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>> Blog der Antifa Delmenhorst

Auch Neonazis aus Tostedt waren beteiligt, darunter Fabian R. und Emilio W.

GG goes Zeven again

Dass Nazis von Kneipen magisch angezogen werden, ist eine Tatsache, ebenso, dass die „Gladiatoren“ gerne auf Veranstaltungen erscheinen und Menschen angreifen, deren Einstellung ihnen nicht passt. Diese Dinge in Kombination wurden vier alternativen Jugendlichen am Abend des 3. Oktober zum Verhängnis.
Während der „Kneipennnacht“ in Zeven vergnügte sich die kleine Gruppe zusammen mit anderen feierlustigen Menschen. Als die Jugendlichen dann beschlossen, kurz vor die Tür zu gehen, trafen sie auf etwa 10 Neonazis, die durch ihre „Gladiator Germania“-Shirts eindeutig zu erkennen waren. Ihre Gewaltbereitschaft stellten sie an diesem Abend ein weiteres mal unter Beweis, indem sie die vier jungen Menschen augenblicklich angriffen.
Auslöser des brutalen Übergriffs war lediglich ein T-Shirt, mit dem sich der Träger offen gegen die menschenverachtende Ideologie der Nazis bekennt. Anscheinend war das für die Nazis genug, um den Opfern mitten auf dieser Veranstaltung und inmitten von Menschen mehrere Verletzungen zuzufügen, darunter einen Nasenbruch.
Es ist erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit die Dorfbewohner die Präsenz der Neonazis und ihr aggressives Verhalten akzeptieren. Denn im mehr als 20km entfernten Zeven werden die Tostedter Neonazis regelmäßig auf Feiern gesehen.

Schon wieder in Todtglüsingen…

Am ersten Oktoberwochenende kam es in Tostedt erneut zu einem versuchten Übergriff.
Nachdem mehrere Neonazis den Jugendlichen schon einige Tage vorher am Bahnhof gewaltsam vom Fahrrad getreten hatten, wurde er nun erneut zur Zielscheibe.
Spätabends begleitete der Jugendliche, der durch seinen alternativen Kleidungsstil auffällt, eine Freundin durch den Ortsteil Todtglüsingen, als ein Auto neben ihm hielt und mehrere Nazis ausstiegen, um ihn zu attackieren.
Glücklicherweise erkannte er die Angreifer rechtzeitig und schaffte es, trotz Verfolgung zu fliehen, begleitet von weiteren Rufen und Drohungen.
Dieser Vorfall zeigt wieder einmal, wie hemmungslos die Nazis in Tostedt gegen Menschen vorgehen, die offenkundig nicht in ihr Weltbild passen.