Archiv der Kategorie 'Naziaktivitäten'

Gedenken an Gustav Schneeclaus

Seit der Wende 1990 sind 149 Menschen Todesopfer neonazistischer Gewalt geworden. Der 18. März 1992 wurde dem Kapitän Gustav Schneeclaus zum Verhängnis. Er wurde am Buxtehuder Busbahnhof von Neonazis zusammen geschlagen und erlag vier Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Einer der beiden Täter, Stefan Silar, spielt heute eine führende Rolle in der Kameradschaftsszene um Tostedt/Wistedt und Umgebung.

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>> Antifaschistischer Arbeitskreis Gedenken an Gustav Schneeclaus

Gerichtsprozess in Wildeshausen

»Solidarität ist unsere Waffe« stand auf dem weinroten Transparent, das am Mittwoch, 13. Januar 2010, von Neonazist_innen vor dem Amtsgericht Wildeshausen bei einer von »Jungen Nationaldemokraten« (JN) angemeldeten Mahnwache getragen wurde. Neben einem Herzen zeigte das Transparent eine zerbrochene Kette sowie einen Molotowcocktail und entsprach mit diesen beiden letzten Symbolen wohl eher dem Auftreten der „Autonomem Nationalisten“, zu denen sich, neben dem Angeklagte selbst, ein Teil der dort versammelten Demonstrant_innen zurechnen lässt. Angeklagt wegen Körperverletzung und Nötigung war Mario Müller aus Harpstedt, langjähriges Führungsmitglied der sogenannten »Aktionsgruppe Delmenhorst« und mittlerweile auch in Zusammenhängen der NPD Jugendorganisation, den »Jungen Nationaldemokraten« (JN) anzutreffen.
[…]
Darunter befanden sich unter anderem die Neonaziaktivisten Fabian Rath und Werner Emilio Alexander Wagner, welche als umtriebige Elemente innerhalb der jugendlichen Tostedter Neonaziszene gelten. Der »Nationale Widerstand Tostedt« welche dem Spektrum der »Autonomen Nationalisten« zugerechnet werden können agieren in Tostedt im Umfeld der Gruppierung »Gladiator Germania« sowie dem »Streetwear Tostedt«, einem Ladengeschäft des langjährigen Neonaziaktivisten Stefan Silar in Todglüsing. Auch die Neonazisten Marcel Hesse und Jonathan von Seggern aus Delmenhorst nahmen an der Mahnwache teil. Marcel Hesse, gegen im September 2009 selbst ein Prozess wegen Körperverletzung stattfand, trat während des Bundestagswahlkampfs an den Informations- und Propagandaständen der JN und der NPD auf, während Jonathan von Seggern bisher nicht bei parteigebundenen Veranstaltungen zu sehen war, jedoch regelmäßig an Demonstrationen der »Freien Kräfte« teilnahm.

>> Zum kompletten Recherche-Nord-Artikel
>> Zum Artikel der Antifa Delmenhorst

Auf unserer Unterseite Veranstaltungen findet ihr einige interessante Fotos zum Geschehen.

Unterseite „Veranstaltungen“ mit Fotogallerie

Auf Krautdetection gibt es die neue Unterseite Veranstaltungen.

Dort gibt es:
1. eine Liste der öffentlichen Veranstaltungen, auf denen lokale Neonazis anwesend waren
2. eine Bildergallerie mit interessanten Fotos, die bereits im Internet veröffentlicht wurden

Falls es Erinnerungslücken bei uns gibt, freuen wir uns über einen Hinweis an unsere E-Mailadresse ;)

Auch Jungnazis altern jährlich

Die bekannte Neonaziaktivistin Ann-Kathrin M., die regelmäßig auf öffentlichen Veranstaltungen und Aufmärschen in Erscheinung tritt, feiert am 19.12.09 zusammen mit einer Freundin ihren Geburtstag. Stattfinden soll die Feier in einer privaten Scheune in Vaerloh, einem kleinen Dorf zwischen Tostedt, Heidenau und Sittensen.
Eingeladen sind neben unpolitischen bzw. rechtsoffenen Jugendlichen aus dem Freundeskreis auch fast alle Neonazis aus Tostedt und der näheren Umgebung, aber auch auswärtige Gruppen sollen erscheinen. Unter anderem handelt es sich um die AG Delmenhorst, eine gut organisierte Gruppierung, die nicht nur den aktuellen JN-Vorsitzenden stellt, sondern auch überregional für ihre Gewaltbereitschaft bekannt ist (mehr Informationen gibt es auf dem Blog der Antifa Delmenhorst).
Obwohl es sich um eine großangelegte Feier mit vielen Gästen handelt, wurde seitens der Neofaschistinnen Ann-Kathrin M. und ihrer Freundin probiert, den Veranstaltungsort vor „unerwünschten“ Besuchern geheim zu halten. Mögliche „Störer“ wurden sogar persönlich darauf hingewiesen, dass sie an jenem Abend ausdrücklich nicht erwünscht sind.

Bereits Ende November gab es in Königsmoor ein groß angelegtes Rechtsrockkonzert mit Bands wie Path of Resistance oder Alte Schule anlässlich des Geburtstages von Stefan S. und dem etwa zeitgleichen Jubiläum seines Naziladens „Streetwear Tostedt“. Ann-Kathrin M.s Geburtstag hat zwar an sich keinen politischen Anspruch, trotzdem hat er eine große Bedeutung für die regionalen Strukturen. Einmal bietet sie Nachwuchsnazis und Neueinsteigern die Möglichkeit, sich mit aktiven Neonazis überregional zu vernetzen, auf der anderen Seite geht von den Gästen ein hohes Gewaltpotential aus, sodass die gesamte Region um Vaerloh für eine Nacht praktisch einer „Nationalbefreiten Zone“ ähnelt.

Am selben Abend findet auf dem Hof Nahtz in Eschede die traditionelle „Wintersonnwendfeier“ statt, die jährlich von den großen Kadern der norddeutschen Neonaziszene veranstaltet und besucht wird. Sowohl bei der Winter- als auch der Sommersonnwendfeier sind immer auch Neonazis aus Tostedt/Buchholz und Umgebung vertreten. Vermutlich besuchen die jungen Nazis erst die Wintersonnwendfeier auf dem abgelegenen Bauernhof in Eschede, um im Anschluss auf den Geburtstag in Vaerloh zu fahren, während die älteren Nazikader bis in die Nacht ums Lagerfeuer tanzen und Met trinken.
In Eschede findet vormittags eine angemeldete antifaschistische Demonstration gegen die Wintersonnwendfeier sowie die zahlreichen anderen Veranstaltungen auf dem Hof Nahtz statt. Die Bullen sind schon seit Jahren sehr darum bemüht, diese Gegenaktivitäten auf das Minimum zu reduzieren, umso wichtiger ist die rege Teilnahme von unserer Seite -> nazis-aufhalten.de.


„Scheiße, Anni hat ja nächstes Jahr Geburtstag!“

Naziaktivitäten am Wochenende

Freitag
Das erste mal seit Jahren erlaubt die Stadtverwaltung einen Bandabend im Buchholzer Jugendzentrum, und prompt steht die Neonaziszene auf der Matte.
Auf der Suche nach neuen Opfern für ihre Gewalttaten patroullierten mehrere Neonazis samt Autos durch die Buchholzer Innenstadt, zeitweilig sammelten sie sich sogar auf dem City-Center-Parkplatz in beinahe unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsort.
Die ganze Zeit über hielten sie telefonisch Kontakt zu einem bekannten Anti-Antifa-Aktivisten aus Tostedt, der während des gesamten Konzertes geduldet wurde, obwohl die VeranstalterInnen ausdrücklich auf seinen politischen Hintergrund aufmerksam gemacht wurden. Auch viele alternative Jugendliche gingen freundschaftlich mit ihm um, weil sie ihn nur aus seiner linken Vergangenheit kannten und seinen „Umstieg“ trotz mehrmaliger öffentlicher Thematisierung bisher nicht wahrhaben wollten.
Mit einer kleinen Digitalkamera fotografierte er gezielt ihm bekannte Personen ab und versuchte bereits gegen 21 Uhr unentdeckt über die unbeleuchteten Grünflächen des Rathausparks in Richtung der übrigen Neonazis zu verschwinden. Allerdings misslang sein Vorhaben. In einer direkten Auseinandersetzung wurde er dazu genötigt, sämtliche Fotos von seiner Speicherkarte zu löschen und ihm wurde verdeutlicht, dass er auf keiner öffentlichen Veranstaltung mehr erwünscht ist, schon gar nicht auf einem alternativ angehauchten Indie/Punk-Konzert.
Im Laufe des Abends kam es in der Nähe des Bahnhofs außerdem zu einem brutalen Übergriff auf einen bekannten Antifaschisten, der in der Vergangenheit schon öfter gezielten Einschüchterungsversuchen ausgesetzt und mehrmals direkt angegriffen wurde.
Er befand sich allein auf dem Weg in die Innenstadt, als er mit einem stumpfen Gegenstand von hinten niedergeschlagen wurde. Als er am Boden lag, traten die drei TäterInnen auf ihn ein. Sie stammen nicht aus der näheren Umgebung und flohen mit dem Auto.

Samstag
In der darauf folgenden Nacht fiel wieder einmal das bekannte Familienhaus in Wistedt/Tostedt den Gewaltexzessen der Neonazis zum Opfer. Mit roher Gewalt wurden eine Scheibe und eine Glastür zerstört, nachdem bereits Anfang November die Wohnzimmerscheibe zu Bruch ging (hier geht es zum Bericht… für diejenigen, die den ersten Link nicht geahnt haben). Damit gehen die gezielten Einschüchterungen weiter, obwohl bereits die letzten Angriffe in den Medien umfangreich thematisiert wurden. Weder die negative Öffentlichkeitswirkung noch die versuchte Intervention der staatlichen Repressionsorgane (Hausdurchsuchungen bei einigen AnhängerInnen der Nachwuchs-Neonaziszene) hinderten die gewaltbereiten NeofaschistInnen an ihrem Handeln.
Auch der restliche Ort Tostedt blieb von Neonaziaktivitäten nicht verschont. Auf einer privaten Geburtstagsfeier kam es während und nach der Feier zu zwei gewaltsamen Übergriffen auf eingeladene Gäste, nachdem eine Gruppe von etwa 15 NeonazistInnen Konfliktsituationen provozierte.

NPD zieht Anmeldung zurück!!

Liebe Mitstreiter_innen,

jetzt ist es amtlich, die NPD hat ihre Anmeldung für einen Aufmarsch am 5.12. in Buchholz in der Nordheide zurück gezogen. Hintergrund für diese Entscheidung ist, dass am 5.12. in Buchholz nicht nur der Weihnachtsmarkt stattfindet, sondern auch eine größere Veranstaltung für Kinder. Die Stadt Buchholz hatte der NPD gegenüber deutlich gemacht, dass an diesem Tag kein Aufmarsch der NPD stattfinden könne, da die Sicherheit für die zu erwartenden vielen Kinder und Familien gefährdet sei. Ein mögliches Verbot des Naziaufmarsches wurde angekündigt. Daraufhin hat der NPD-Unterbezirksvorsitzende Manfred Börm angekündigt, auf einen Aufmarsch am 5.12. verzichten zu wollen und dafür im Januar oder Februar 2010 erneut eine Veranstaltung anzumelden. Für die NPD ist dies sicherlich auch eine willkommene Möglichkeit, sich so aus der Affäre zu ziehen. Zum einen hätte es für einen Aufmarsch am 5.12. keine große Unterstützung gegeben, da die Kameradschaftsszene aus Tostedt den Aufmarsch offensichtlich nicht mitgetragen hätte und zum anderen die örtlichen Nazistrukturen nicht unbedingt werbewirksam für die NPD wären.

Die von uns geplante Demonstration gegen den Naziaufmarsch werden wir nun nicht durchführen! In der nächsten Zeit werden wir uns an dem Versuch beteiligen, in Buchholz ein „Bündnis gegen Rechts“ aufzubauen. Dazu sind die ersten Schritte getan und im Frühjahr wird es erste Veranstaltungen geben. Sollte die NPD erneut etwas in Buchholz anmelden – was zu erwarten ist – werden wir entsprechend darauf reagieren. Infos werden dann bekannt gegeben.

Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns und den AK Antifaschismus Buchholz am 5.12. unterstützen wollten und die Mobilisierung mitgetragen haben. Terminhinweise auf den verschiedenen Internetseiten können gelöscht werden.

Für Rückfragen stehen wir zur Verfügung und bauen weiterhin auf Eure Unterstützung, sollte es im Frühjahr zu einem Naziaufmarsch in Buchholz kommen oder wenn wir uns gemeinsam den Nazistrukturen im Landkreis Harburg entgegenstellen werden.

Mit antifaschistischen Grüßen
Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen

www.nazis-aufhalten.de

Rechtsrockkonzert in Königsmoor

Im niedersächsischen Dorf Königsmoor (Landkreis Harburg) fand am gestrigen Abend ein RechtsRock-Konzert statt. Rund 150 Nazis feierten den Geburtstag des Bekannten Naziaktivisten Stefan Silar und das vierjährige Jubiläum seines Ladens „Streetwear Tostedt“.
[…]
Am Abend traten die RechtsRock-Gruppen „Schall und Rauch“ aus Hamburg, „Path of Resistance“ aus Rostock und „Propaganda“ aus Stuttgart auf. Für dieses Konzert wurde darauf verzichtet, es größer zu bewerben. Gezielt wurden bekannte Naziaktivisten und Freunde und Kunden von Silar eingeladen.

>> Zum vollständigen Indymedia-Artikel

Angriff auf Polizei-Station

Nachdem am 3.11. in Wistedt/Tostedt drei Neonazis die Scheibe eines Mehrfamilienhauses mit einem Stein eingeworfen hatten (http://de.indymedia.org/2009/11/264850.shtml), griffen die Täter gleich im Anschluss die Polizei-Station in Tostedt an, ebenfalls mit Steinen bewaffnet.

Auch hier konnten die Drei vorerst unerkannt entkommen. Aber ein Streifenwagen der staatlichen Repressionsorgane kontrollierte auf einen bloßen Verdacht hin zufällig das Fluchtfahrzeug, hierbei wurden Sprühschablonen und „eindeutige Kleidung“ beschlagnahmt. Vor Ort konnte allerdings nur einer der Täter festgenommen werden, da sich der Fahrer als einziger noch im Wagen befand. Allerdings gestand er direkt die ihm zur Last gelegten Verbrechen und nannte die Namen seiner Mittäter. Nach seinen Angaben handelt es sich bei den Tätern um die drei Neonazis Marcel K., Jannik F. und Mattes W. Mattes ist festes Mitglied der Kameradschaft „Gladiator Germania“ und den „Freien Nationalisten Tostedt“. Er ist bereits mehrfach wegen Körperverletzungen aufgefallen und tritt regelmäßig auf neonazistischen Aufmärschen in Erscheinung, zuletzt in Bad Nenndorf 2009. Seit einiger Zeit probiert er, Nachwuchs für die Neonazi-Szene zu rekrutieren. So schleppte er zum Beispiel auf den Aufmarsch in Bad Nenndorf zwei 13- und 14-Jährige aus dem Raum Hollenstedt/Moisburg mit, um sie mit dem menschenverachtenden Weltbild der Neonazis in Kontakt zu bringen.

Dass die Gruppe um Mattes W. sogar eine Bullenwache angegriffen hat, zeigt einmal mehr, wie selbstsicher die Neonazis in Tostedt agieren und wie wenig sie sich für die Konsequenzen ihres Handelns interessieren. Diese Tat reiht sich in eine ganze Liste solcher „naiven“ Gewaltorgien ein, die dadurch für linke Jugendliche leider nicht minder gefährlich werden (siehe auch „Was bisher geschah“). Für die Neonazis aus Tostedt ist der militante Gewaltaktionismus ein wichtiger Bestandteil ihrer Identität. Durch die Teilnahme an diesen Aktionen werden Nachwuchsnazis fest in die neofaschistischen Zusammenhänge integriert.

Die Lokalzeitung „Nordheide Wochenblatt“ berichtet über die Ereignisse des 3.11. wie folgt (Link zum ganzen Artikel):

Gezielte Einschüchterungen

Der Stein, der am frühen Dienstagabend die Scheibe des Mehrfamilienhauses in Wistedt/Tostedt durchbrach, verfehlte nur knapp ein Familienmitglied des Jugendlichen, dem der Angriff eigentlich galt.
Es war nicht einmal zehn Uhr abends, überall brannte noch Licht und die Wohnsiedlung ist von überallher gut einzusehen. Diese Gegebenheiten hielten die gewaltbereiten NeofaschistInnen dennoch nicht davon ab, ihr Auto noch in der gleichen Straße zu parken, in der sich auch ihr „Zielobjekt“ befand, auszusteigen, geräuschvoll die Scheiben einzuwerfen, wieder einzusteigen und durch die komplette Wohnsiedlung zurückzufahren. Es wäre verwunderlich gewesen, hätte sie bei der Tat niemand beobachtet.
Da sich zu der Tatzeit Menschen im betroffenen Raum aufhielten, nahmen die Täter bewusst ein hohes Verletzungsrisiko in Kauf.

Wistedt ist ein kleiner Ortsteil von Tostedt mit nur etwa 1700 Einwohnern, in dem (selbst für Tostedter Verhältnisse) auffallend viele aktive Neonazis wohnen und in dem sich darum auch viele Naziaktivitäten konzentrieren.
Die gestrige Tat reiht sich in eine ganze Serie von Bedrohungen und Einschüchterungsversuchen gegen die wenigen linken Jugendlichen aus Wistedt, die sich trauen, den Nazis Paroli zu bieten.

Erst Anfang des Jahres gingen bei einem anderen alternativen Jugendlichen aus Wistedt mehrere Fensterscheiben zu Bruch, weil er sich mit einem „offenen Brief“ gegen den Naziladen „Streetwear Tostedt“ an die PolitikerInnen wandte. Die Situation war ähnlich – die Familie befand sich zur Tatzeit im Haus, die Täter konnten fliehen und die Politiker wuschen mit sinnlosen Alibi-Ankündigungen ihr Gewissen rein, während der Polizeipräsident das Problem dreist herunterspielte („Tostedt ist bunt – und braun ist auch eine Farbe“). Ein Großteil der Tostedter Bevölkerung stört sich dabei weder an der menschenverachtenden Ideologie noch an den latenten Gewaltexzessen der neonazistischen Szene.

In diesem Zusammenhang patroullieren gewaltbereite NeofaschistInnen regelmäßig in Autokolonnen durch den kleinen Ort Wistedt, auf der Suche nach Konfrontation mit politischen Gegnern. Dabei legen sie einen besonderen Fokus auf das angegriffene Familienhaus, da in der näheren Umgebung linke Jugendliche wiederholt angetroffen und angegriffen wurden.
Es begann damit, dass bei einer kleinen Feier die draußen stehenden Gäste gewaltsam angegriffen wurden, wobei die Nazis nicht zwischen AntifaschistInnen und deren Freunden und Familien differenzierten. Regelmäßige „Kontrollbesuche“ bei Feiern wurden daraufhin zum Standard. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen, teilweise waren die Nazis mit Messern, Schlägern und Gaspistolen ausgestattet. Werden alternative Jugendliche auf der Straße angetroffen, müssen sie mit physischer und psychischer Gewalt in Form von Drohungen und Handgreiflichkeiten rechnen.
Desweiteren wurden vor einigen Monaten die bekannten Neonazis Kjell R. und Alexander Emilio W. von der Polizei dabei aufgegriffen, wie sie vermummt und mit Steinen bewaffnet um das bereits erwähnte Familienhaus herumschlichen.
Anscheinend wurde die versuchte Tat jetzt zu Ende gebracht.

Fishing for Compliments

Mit allen Mitteln probieren die Neonazis der „FN/NSA Tostedt“, sich vor anderen Kameradschaften zu profilieren. Dieses mal geschah das mit Hilfe von Graffitis, Aufklebermotiven und Zeichnungen, die sie auf einer Internetseite veröffentlichen ließen, auf der Neofaschist_Innen die Möglichkeit haben, ihre „Kunstwerke“ zu präsentieren und kommentieren zu lassen.

Das erste Graffiti entstand bereits im März 09 und kann seit geraumer Zeit im Internet aufgerufen werden. Es wurde gemeinsam mit zwei weiteren Graffitis veröffentlicht, die etwa zwei Wochen später fotografiert wurden, ebenfalls von Fabian R.’s Handy.

Die neueste Veröffentlichung zeigt eine Collage, die jedem Menschen mit Sinn für Ästhetik die Tränen in die Augen treibt. Mit der unglaublich originellen Idee, den Aufkleber „Mein Fahrrad ist wichtiger als Israel“ auf Straßenschilder mit einem Fahrradmotiv zu kleben, haben sich die Kamerad_Innen hierbei wieder einmal selbst übertroffen.

Wer glaubt, das war nun schon genug, der irrt sich. Der Gipfel des schlechten Geschmacks ist ein selbstgemaltes Bild in Neonfarben. Mensch stelle sich nun einmal vor, wie einer von Fabis „Kameraden“ stundenlang am Schreibtisch sitzt, um mit einem Filzstift sorgfältig an den Linien entlang zu malen, um im Anschluss auf der Straße wieder den harten Macker raushängen zu lassen.

Wir amüsieren uns köstlich.